Alexandra

Alexandra – zum 80. Geburtstag (1942 – 1969)

Am Donnerstag, 19. Mai 2022, hätte Alexandra ihren 80. Geburtstag gefeiert. Eine faszinierende Frau, Sängerin, Chansonnette und Künstlerin, die allzufrüh aus der Mitte ihrer vielen Verehrer und Fans und aus ihrer kleinen Familie gerissen wurde.

EXKLUSIV-Sendung Alexandra – unvergessen
Unter diesem Titel entstand diese EXKLUSIV-Sendung, mein Beitrag zum 80. Geburtstag der Sängerin. Ich spannte dabei einen Bogen über ihr Leben, ihre Werke und auch über meine Eindrücke und Erinnerungen an Alexandra, die damals, von uns jugendlichen Burschen, keine Kinder mehr und doch noch nicht erwachsen, verehrt und angehimmelt wurde. Den Tod Alexandras habe ich noch in starker Erinnerung, denn es war ein Ereignis, das mich sicher zum Teil auch prägte. Damals entstand auch der Wunsch, einmal in meinem Leben am Grab Alexandras zu stehen – zum 80.Geburtstag erfüllte ich mir diesen Wunsch.

EXKLUSIV-Sendung Alexandra – ihre Lieder
Es ist schon eine große Anzahl an Liedern und Chansons, die Alexandra in der Kürze ihrer Karriere auf den Markt bringen konnte und viele davon wurden echte „Ohrwürmer“. Wobei dieser Ausdruck gar nicht wirklich paßt, sondern es sind Interpretationen, die „unter die Haut“ gehen. Selbst junge Menschen, heute auf Lieder von Alexandra angesprochen, antworten oft spontan mit „kenne ich nicht“. Doch nach kurzem Nachdenken sprudelt es: „Mein Freund der Baum“ oder „Zigeunerjunge“ – und das nachweit über 50 Jahren nach dem Tod dieser Ausnahmekünstlerin.
Mir war es ein Anliegen und inniges Bedürfnis, im Zuge der Geburtstagssendung auch eine weitere EXKLUSIV-Sendung zu gestalten, ohne viel Gerede, ohne große Kommentare – nur Musik. Musik von und mit Alexandra.

Beiden Stationen, FRS und MR1476, sage ich herzlichen Dank für die nicht immer leicht zu bekommenden Sendetermine! Danke auch den Verantwortlichen der „Alexandra-Freunde“, die meine Alexandra-EXKLUSIV-Sendungen auf deren Webseite / Aktuelles (in 20 Sprachen!) publizieren, wie auch durch einen weltweit verschickten Newsletter freundlich hinweisen.

ALEXANDRA
Ein paar Daten möchte ich hier festhalten, die vielleicht nicht so ganz geläufig sind. Auf einen ausführlichen Lebenslauf verzichte ich, dieser Aufgabe haben sich bereits andere, kompetentere Personen angenommen.
Alexandra hieß mit bürgerlichem Namen Doris Nefedov und ist am 19. Mai 1942 als Doris Wally Treitz in Heydekrug geboren. Bekannt wurde Alexandra in der Mitte der 1960er Jahre mit heute noch bekannten und gern gehörten Liedern wie „Mein Freund, der Baum“, „Sehnsucht“ oder auch „Zigeunerjunge“.
Das Leben von Alexandra war nicht immer von Glück geprägt, so zerbrach ihre junge Ehe mit Nikolai Nefedov kurz nach der Geburt des gemeisamen Sohns Alexander (Sascha). Zu den glücklichen Mementen zählte die freundschaftliche Zusammenarbeit mit bekannten Persönlichkeiten aus der Musikbranche wie Salvatore Adamo, Gilbert Bécaud, Yves Montand und Udo Jürgens.
Verstorben ist die bekannte deutsche Sängerin bei einem Verkehrsunfall am 31. Juli 1969 in Tellingstedt. Um ihren allzu frühen und tragischen Tod ranken sich auch heute noch, nach mehr als 50 Jahren, mehrere Legenden. Die exakte Wahrheit wird wohl nie mehr ans Tageslicht kommen. An der Unfallstelle (mittlerweile wurde die Straße umgebaut und verlegt) steht ein Gedenkstein. Ihre letzte Ruhestätte fand Aleandra am Westfriedhof in München.
Die Verehrung von Alexandra ist bis heute ungebrochen und wird unermüdlich gepflegt. Mit den Radiosendungen möchte ich meinen Beitrag zur „Unsterblichkeit“ Alexandras beitragen, vielmehr aber liegt es mir am Herzen, dieser wunderbaren Sängerin und Künstlerin meiner Jugend den entsprechenden Respekt zu zollen. Alexandra – unvergessen! Danke Alexandra!

Im Zuge der Produktion der Radiosendungen zum 80. Geburtstag von Alexandra führte mich mein Weg, gemeinsam mit meiner Frau Brigitte, auch zu Alexandras letzter Ruhestätte am Westfriedhof in München. Es war nicht recht schwer, das Grab zu finden, wenn es auch ein wenig versteckt in einer 2. Reihe liegt. Doch es gibt gute Wegbeschreibungen, wenn man sich nach diesen richtet, kann nichts mehr schief gehen. So war es der Montag, 9. Mai 2022, als ich gegen 17.30 Uhr, erstmals am Grab Alexandras stand. Es war ein eigenartiges Gefühl, hatte ich mir diesen Besuch doch schon seit dem Tod der Sängerin 1969 vorgenommen und jetzt, mehr als 50 Jahre später stehe ich da und spreche nach einer Andachtsminute für die unvergessliche Sängerin über mein Aufnahmegerät zu meinen Zuhörern. Dieser Teil wurde nach meiner Rückkehr kurz vor Ausstrahlung in meine Sendung „Alexandra – unvergessen“ eingebaut.
Mehrere Eichhörnchen tummelten sich rund um das Grab Alexandras, Finken trällerten ihre Frühlingsgesänge vor sich hin und weiter entfernt läuteten Glocken die 6-Uhr-Abendstunde ein. Dumpf klang der Verkehrslärm von der Straße her und mehrere Leute kamen beim Grab der Sängerin vorbei. Mit einer Passantin kam ich ins Gespräch, die fast jeden Tag hierher zum Grab von Alexandra kommt, wenn sie ans Grab ihres verstorbenen Mannes geht. „Diese faszinierende Stimme und die gefühlsamen Texte in ihren Liedern. Sie war schon eine besondere Frau…“ meinte die Dame, verabschiedete sich freundlich und ging weiter. Ja, Alexandra war tatsächlich eine besondere Frau, Sängerin, Künstlerin und Interpretin.
Wenige Stunden vor diesem Besuch am Grab war ich bei einem mir gut bekannten Musiker-Kollegen, der ein ganz besonderes Stück von Alexandra in seinem Besitz hat. Einen Goldring mit 5 Steinen, den sich Alexandra bei ihrem Aufenthalt in Brasilien im Oktober 1968, beim Juwelier Stern in Rio de Janeiro fertigen hat lassen und einen zweiten völlig identen für ihre Cousine, die den Ring zu Ostern 1969 von Alexandra als Geschenk erhielt. Über Umwege kam mein Freund zu diesem Ring. Und genau diesen Ring durfte ich in meinen Händen halten.
Weiterführende Informationen über das Leben Alexandras finden Sie hier.

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